
Wenn Führungskräfte Daten predigen, aber nach Bauchgefühl entscheiden
„Wir entscheiden datenbasiert."
Steht auf der Folie. Steht in der Strategie. Steht im Townhall.
Aber im Führungskreis? Zählt weiterhin, wer am überzeugendsten auftritt. Eine Analyse liegt vor – und wird ignoriert.
Das Muster
Was wir bei Kunden immer wieder sehen: Auf der Vorderbühne wird Datenkultur gepredigt. Auf der Hinterbühne entscheiden dieselben Führungskräfte nach Erfahrung, Hierarchie und Bauchgefühl – ohne relevante Daten einzubeziehen. Das Datenteam liefert Analysen, die niemand einfordert – und die folgenlos bleiben.
Der Denkfehler
Man schiebt es auf die Mitarbeitenden: „Das Datenteam versteht unser Geschäft nicht!" Statt zu fragen: Warum hat es für Führungskräfte eigentlich keine Konsequenzen, Daten zu ignorieren?
Eine mögliche Erkenntnis
Eine Kulturanalyse kann sichtbar machen: Das System bestraft datenbasiertes Entscheiden nicht – aber es belohnt es auch nicht. Bauchgefühl ist schneller, bequemer und wird nicht hinterfragt. Datenbasiert zu entscheiden erzeugt Aufwand und Angreifbarkeit.
Eine mögliche Intervention
Führung durch „Nicht-Wissen": Die Geschäftsführung stellt sich bewusst „dumm" – und stellt konsequent Fragen, die nur mit Blick in die Daten beantwortet werden können. In Meetings werden keine PowerPoint-Folien mehr akzeptiert, sondern nur qualitätsgesicherte Analysen. Wenn die Daten nicht vorliegen, wird die Entscheidung vertagt. Das System lernt schnell: Ohne entscheidungsrelevante Daten kein Fortschritt für mein Projekt.
Aber Vorsicht: Das ist kein Rezept zum Kopieren. Datenkultur ist ein Seismograph, kein Designobjekt.
Welche Hürde blockiert datenbasiertes Entscheiden in deiner Organisation am meisten?
Link zum vollständigen Artikel: https://www.computerwoche.de/article/4157653/warum-sie-datenkultur-nicht-designen-konnen.html